... - in der Stadtratssitzung am 29.03.2022 wurde im TOP 10 die Beschlussvorlage „Beratung und Beschlussfassung zum Antrag zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf der Krohnenbergstraße“ (7-2022-035) eingebracht. Der Vorschlag konnte in der öffentlichen Beratung keine Mehrheit finden und wurde mit einem Votum von 8 Ja- gegen 8 Nein-Stimmen abgelehnt. Die Fraktion der Freien Wähler Rödertal stimmte mit 4 Stimmen einheitlich gegen den Beschlussvorschlag unter Berücksichtigung folgender Argumente.
Die Kronenbergstraße erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von ca. 1,7 km, wobei eine stetig ansteigende Strecke von ca. 1 km vom ÖPNV geradlinig bis zu einem Wendekreis genutzt wird. Die Straße ist keine Durchgangsstraße und endet jeweils an Feldwegen, welche für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind. Derzeit fährt im Zeitraum 06:39 Uhr bis 14:43 Uhr zehnmal ein Linienbus, vorrangig zur Beförderung von Schülern. Weitere Busse fahren nicht. Die Gesamtstraßenbreite ist als eng zu bezeichnen.
Geschuldet der engen (z.T. nur 4m Breite) und teils gewundenen stetig aufwärtsführenden Straße mit teilweise starker Heckenbepflanzung ist an den bebauten Stellen Tempo 50 illusorisch. Die einmündenden Straßenabschnitte führen durch das Verkehrszeichen „Vorfahrt Gewähren“ zu einer optisch gefühlten Beruhigung des Straßenverkehrs bei ortsfremden Fahrzeugführern. Etwa ab Hausnummer 50 wird die Straße wieder offener und kann besser eingesehen werden. Ebenso ist die Straße ab der oberen Kreuzung in Richtung „Aussichtspunkt Steinberg“ frei einsehbar und damit für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlich.
Fährt man die Kronenbergstraße bergab in Richtung „Alte Schule“ muss das Fahrzeug durch abbremsen permanent verlangsamt werden, da ansonsten leicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten werden kann. Einige gebaute Querrinnen zwingen dabei zum Abbremsen.
Da diese Wohnsiedlung nur sehr selten von Ortsfremden durchfahren wird - wie bereits erwähnt handelt es sich im weitesten Sinne um eine Sackgasse - sind die vorgenannten Umstände den meisten Verkehrsteilnehmern dieses Wohngebietes bekannt. Mögliches Fehlverhalten durch unangepasstes Fahren kann demzufolge größtenteils nur von ortsansässigen Verkehrsteilnehmern begangen werden. Die Deklarierung des Gebietes als Tempo-30-Zone würde diese Personengruppe in ihrem Verhalten auch nicht umstimmen. Vielmehr sollte es die Aufgabe aller Anwohner sein, gemeinsam auf diese Problematik untereinander hinzuweisen. Manche Gefahrenstellen könnten auch durch eine Verbesserung, z.B. des Heckenschnittes oder einer Optimierung der Parkgewohnheiten, entschärft werden. All dies schaffen Tempo-30-Zonen Schilder nicht. Diese können nur eine trügerische Sicherheit schaffen, verbunden mit einer Entfremdung der Bewohner untereinander.
Die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung kann nur durch entsprechende amtliche Messungen (Blitzer) gewährleistet werden. Ob es dann dafür ein Verständnis gibt, wenn z.B. im Abschnitt zwischen Hausnummer 55 und 50 bergab oder z.B. zwischen Hausnummer 74 und 58 solche Messungen veranlasst werden, wagen wir zu bezweifeln. Zu befürworten wäre an den besonderen Engstellen eine Beschilderung mit den Schildern „Verkehrszeichen Nr. 308 - Vorrang vor dem Gegenverkehr“ bergan bzw. „Verkehrszeichen Nr. 208 - Gegenverkehr Vorrang gewähren!“ bergab.
Die Freien Wähler Rödertal sind für Transparenz und wollen auch die Meinung der Bürger wissen. Deshalb haben wir eine Online-Umfrage gestartet. Wieviel Bürger sind betroffen? Welche Auswirkungen hat eine Tempo-30-Zone für die Anwohner? Hier kann sich jeder beteiligen. Bitte nutzen Sie auch aktiv das Feld "zusätzliche Nachricht an uns". Nach der Auswertung der Umfrage wollen wir die Aussagen zum letzten Stadtratsbeschluss prüfen und bei einer erneuten Abstimmung im besten Sinne unserer Bürger handeln.

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